Mein Schreiben steht im langen Schatten, den die Vergangenheit auf die Gegenwart wirft – in der Art, wie ein Gebäude ein Jahrhundert in sich trägt, ein Ritual den Glauben überdauert, aus dem es hervorgegangen ist, ein Kunstwerk für jede Generation, die es erbt, etwas anderes bedeutet.
Ich bin aus der Überzeugung zur Kulturkritik gekommen, dass Bedeutung niemals feststeht und niemals beliebig ist: Sie wird ausgehandelt, umkämpft und von der Zeit überlagert. Ich schreibe eher Essays als Artikel – mich zieht jene Form an, die es erlaubt, eine Frage langsam zu wenden, sie aus einem unerwarteten Winkel zu betrachten und sie auf produktive Weise offen zu lassen.
Ich begreife Kino, Architektur, Philosophie und Literatur als gleichermaßen gültige Orte, an denen sich das Selbstverständnis einer Gesellschaft lesen lässt. Meine Vorbilder sind Kritikerinnen und Kritiker, die zugleich Denkerinnen und Denker waren: die sich weigerten, ästhetisches Urteil von moralischem Ernst oder intellektuelle Strenge von persönlicher Stimme zu trennen.
Besonders interessiert mich Erinnerung – kollektive wie individuelle – und die Objekte, Räume und Geschichten, durch die Gemeinschaften versuchen, ihre Erfahrungen für sich selbst lesbar zu machen.