Warum Palantirs KI-Manifest gefährlich ist

Der Fehler im Manifest
Die US-Firma Palantir verkauft Software an Staaten, Armeen, Polizeien und andere Behörden. Im April 2026 veröffentlichte die Firma auf X einen kurzen Text mit 22 Punkten. Der Text basiert auf dem Buch von Palantir-Chef Alex Karp und Nicholas Zamiska.
In dem Manifest geht es um KI-Waffen, nationale Sicherheit, Silicon Valley und angeblich bessere oder schlechtere Kulturen. Das ist nicht nur ein harter Ton. Der Text macht aus Palantirs Geschäftsmodell eine politische Weltanschauung.
Die zentrale Schwäche ist einfach: Palantir sagt, gefährliche Technik werde sowieso gebaut. Daraus folgt aber nicht, dass Firmen sie ohne starke Kontrolle bauen sollten. „Andere machen es auch“ ist kein guter moralischer Beweis.
- Das Manifest verwechselt technische Stärke mit demokratischer Legitimität.
- Es spricht über Sicherheit, aber zu wenig über Fehler, Missbrauch und Verantwortung.
- Seine Aussagen über angeblich schlechte Kulturen sind pauschal und wissenschaftlich schwach.
Studien helfen, diese Schwächen zu sehen. Forschung zu autonomen Waffen zeigt, dass viele Menschen es als Problem für die Menschenwürde sehen, wenn Maschinen über Leben und Tod entscheiden. Forschung zu Predictive Policing zeigt: Daten aus Polizeiarbeit können alte Ungleichheiten weitertragen.
Auch Forschung zu Überwachung widerspricht Palantirs Stil. Menschen akzeptieren staatliche Überwachung eher, wenn sie Institutionen vertrauen, klare Regeln sehen und wissen, wie ihre Daten genutzt werden. Ein kämpferisches Manifest ersetzt dieses Vertrauen nicht.
Darum ist Palantirs Antwort schlecht begründet. Schnelle Technik kann helfen, aber sie ist kein Freifahrtschein. In einer Demokratie muss Macht erklärbar, überprüfbar und begrenzt sein, besonders wenn private Firmen daran verdienen.
