Mehr Menschen brauchen trotz Arbeit zusätzlich Bürgergeld
Neue Zahlen zeigen: Arbeit schützt in Deutschland nicht verlässlich vor Armut, wenn niedrige Löhne und hohe Wohnkosten auseinanderdriften.

Mehr Menschen brauchen Hilfe trotz Job
In Deutschland müssen wieder mehr Menschen trotz Arbeit zusätzlich Bürgergeld bekommen. Solche Menschen nennt man oft Aufstocker. Das ist eine wichtige Nachricht, weil Arbeit eigentlich zum Leben reichen sollte.
Nach Angaben der Bundesregierung bekamen 2024 etwa 826.000 Erwerbstätige zusätzlich Bürgergeld. 2023 waren es rund 796.000. Damit ist die Zahl zum ersten Mal seit dem Jahr 2015 wieder gestiegen.
2015 wurde in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn eingeführt. Damals lag er bei 8,50 Euro pro Stunde. Seit dem 1. Januar 2026 liegt er bei 13,90 Euro pro Stunde.
Trotzdem reicht das Geld für viele Haushalte nicht. Ein Grund sind hohe Mieten. Ein anderer Grund ist, dass viele Menschen nur Teilzeit arbeiten oder einen Minijob haben.
Warum das ein altes Problem ist
Deutschland hat seit Jahren einen großen Bereich mit niedrigen Löhnen. Wenn Löhne langsam steigen, aber Wohnen und Alltag teuer werden, entsteht Druck. Dann kann Arbeit da sein, ohne echte Sicherheit zu geben.
- Hohe Mieten fressen einen großen Teil des Lohns auf.
- Teilzeit bedeutet oft: zu wenige Stunden und zu wenig Geld.
- Minijobs bringen wenig Einkommen und wenig soziale Sicherheit.
- Familien haben oft höhere Kosten als Einzelpersonen.
Die politische Debatte ging zuletzt oft um Bürgergeld und Sparen. Die neuen Zahlen zeigen aber auch: Nicht nur Arbeitslosigkeit ist das Problem. Auch schlecht bezahlte Arbeit kann Menschen in Not bringen.
