Warum Karl Polanyi heute wieder wichtig ist

Ein altes Buch und eine neue Studie
Karl Polanyi war ein Denker über Wirtschaft und Gesellschaft. Sein bekanntestes Buch heißt The Great Transformation. Es erschien 1944.
Polanyi fragte: Was passiert, wenn der Markt nicht nur Waren ordnet, sondern fast das ganze Leben bestimmt?
Am 7. Mai 2026 berichtete MIT News über eine Studie von Daron Acemoglu und Pascual Restrepo. Die Studie untersucht Automatisierung in den USA seit 1980.
Die Forscher sagen: Firmen nutzen Automatisierung oft nicht nur für mehr Produktivität. Sie ersetzen auch Beschäftigte, die mehr verdienen als ähnliche Arbeiterinnen und Arbeiter.
Was Polanyi damit zu tun hat
Polanyi schrieb, dass Arbeit, Natur und Geld keine normalen Waren sind. Menschen werden nicht wie Stühle oder Handys für den Verkauf produziert.
- Arbeit bedeutet: Menschen brauchen Einkommen, Zeit und Würde.
- Natur bedeutet: Boden, Wasser und Klima haben Grenzen.
- Geld bedeutet: Wirtschaft braucht Vertrauen und Regeln.
Die MIT-Studie passt zu dieser Frage. Wenn Technik vor allem Löhne drückt, dann geht es nicht nur um Maschinen. Es geht auch um Macht im Arbeitsmarkt.
Aus linker Sicht ist Polanyi deshalb heute relevant. Märkte sind wichtig, aber sie brauchen soziale Regeln. Sonst tragen Beschäftigte und Natur die Kosten.
