Abstraktionsfehlschluss: Warum KI laut Lerchner simuliert, aber nicht instanziiert

Warum wird gerade über KI-Bewusstsein gestritten?
Im März 2026 erschien ein viel diskutiertes Manuskript von Alexander Lerchner mit dem Titel "The Abstraction Fallacy: Why AI Can Simulate But Not Instantiate Consciousness". Eine neue Version wurde laut Versionshistorie am 20. April 2026 hochgeladen.
Lerchner sagt: Viele verwechseln ein gutes Modell mit der Sache selbst. Genau das nennt er Abstraktionsfehlschluss.
Was bedeutet: simulieren, aber nicht instanziieren?
Simulation heißt hier: Ein System kann Verhalten sehr gut nachbilden. Es wirkt dann so, als ob es versteht, fühlt oder entscheidet wie ein bewusstes Wesen.
Instanziierung bedeutet: Das relevante Phänomen ist im System selbst real vorhanden. Bei Bewusstsein wäre das echtes subjektives Erleben und nicht nur ein überzeugender Eindruck nach außen.
- Simulation = überzeugende Nachahmung von Leistungen oder Sprache.
- Instanziierung = das Phänomen ist im System selbst wirklich vorhanden.
Andere Forschende sehen das offener. David Chalmers argumentiert, dass zukünftige Systeme Kandidaten für Bewusstsein sein könnten, und dass nicht nur biologisches Material zählt.
Ein weiterer Bericht, "Taking AI Welfare Seriously", betont deshalb Unsicherheit: Vielleicht sind künftige KI-Systeme moralisch relevant, vielleicht nicht. Genau darum fordern die Autorinnen und Autoren frühe Regeln und sorgfältige Tests.
